top01.jpg

altkarbatscher

Bernd Thoma - E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Seit man weiß, beginnt in Immenstaad die Fasneszeit mit dem „Schnellen“. Die Karbatscher eröffnen am Dreikönigstag nach dem „Zwölfe-Läuten“ rund um das Schwörerhaus, dem sog. „Latschareplatz“ die heiße Phase der Fasnetzeit. Während der ganzen Fasnetzeit hört man, oft am Abend, das „Schnellen“ der Karbatscher. Der höchste Tag der Karbatscher ist aber der „Schmotzige Dunschtig“, wo sie nach dem letzten Glockenschlag um fünf Uhr morgens auf dem „Latschareplatz“ und dann anschließend im ganzen Dorf die Bevölkerung durch das „Schnellen“ aufwecken und die bevorstehende Prinzenhochzeit ankündigen. Als Belohnung werden die Karbatscher traditionell, wie übrigens auch am Dreikönigstag, dann in verschiedenen, meistens alteingesessenen Immenstaader Häusern mit Speis und Trank versorgt, wobei es meistens unter Singen von Fasnetslieder recht lustig zugeht.

Die Karbatsche („Goisel“) ist eine kurzstielige Peitsche, deren Hauptteil aus mehreren dicken Schnüren von drei bis fünf Meter zopfartig geflochten ist und, immer dünner werdend, in ein schmales Band, den „Bändel“ ausläuft. Die Herstellung der Karbatschen durch die wenigen vorhandenen Seiler ist eine sehr aufwendige und schwierige Arbeit.

Um diese in Gang zu bringen, nimmt der Karbatscher mit gespreizten Beinen eine feste Stellung ein, setzt mit erhobenen rechten Arm die lange Peitschenschnur in kreisende Bewegung und reißt mit starkem Ruck sie abwechselnd nach rechts und nach links, wobei bei der Wende jeweils ein starker Knall entsteht. In den Knien wiegend, verlagert er sein Körpergewicht mit jedem Schlag und steigert damit die Wucht des Knallens.

Es gehört viel Kraft und Mut dazu, denn mancher „Pfitzer“ geht dem Anfänger ins Gesicht und an die Arme. Wenn es aber gelingt, ist er mit Recht stolz. Auch hier bringt die frühe Übung hohe Meisterschaft. Je lauter er die Peitsche zum Knallen bringt, umso größer ist sein Ansehen. Mit Vorliebe stellen sich mehrere „Schneller“ in eine Reihe und lassen im Takt und um die Wette ihre Salven ertönen, die von hohen Hauswänden und insbesondere in schmalen Gassen verstärkt wiederhallen.

Anfang der 80er Jahre war die Karbatscherei in Immenstaad nicht gerade von großer Disziplin geprägt. Um diesem unnärrischem Treiben Einhalt zu gebieten und die Tradition des „Schnellens“ wieder in geordnete Bahnen zu lenken, gründeten 1984 zehn ältere Immenstaader Karbatscher unter der Führung von Bernd Thoma eine „Altkarbatscher-Gruppe“, die einheitlich gekleidet und durch diszipliniertes Auftreten bei den verschiedenen Anlässen der Hennenschlitterfasnet Vorbild für die jüngeren Karbatscher-Gruppen sein wollten. Diese Vorbildfunktion trug Früchte und besonders am Dreikönigstag und am Schmotzigen Dunnschtig zeigen die Karbatscher ein einheitliches und diszipliniertes Auftreten.

Mit den Jungkarbatschern unter der Führung und Organisation von Narrenvater Wolfgang Haas alias „Hoss“ haben sich in den letzten Jahrzehnten doch über 100 Schneller in loser Verbundenheit zusammengefunden, die an den Fasnetstagen diese Tradition aufrechterhalten. Auch tragen alle Karbatscher die blaue Fuhrmannskutte mit dem Hennenschlitterwappen und dem roten, weißgepunkteten Halstuch und sind so als Immenstaader Karbatscher der Hennenschlitter leicht erkennbar. Immer am Dreikönigstag werden die neuen Karbatscher mit Überreichung der Kutte in die Karbatscher-Gruppe aufgenommen und am Fasnetsdienstag findet das traditionelle Preiskarbatschen statt.

Zum Seitenanfang